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Warum finden wir eigentlich Gene so wichtig?

  • Hallo allerseits,
    ich möchte mal ein bisschen über die Gene und die Frage von Vererbung "laut" nachdenken.


    Das Forschen an den Genen und Gentechnologie ist ja heutzutage DIE Disziplin von der alles Mögliche und Unmögliche erwartet wird.
    Da wird dann ein Gen für irgendeine Krebsart gesucht und (vielleicht) gefunden, und was dann? ? ?


    In Amerika ist man soweit, dass man jungen Frauen das vorbeugende Amputieren ihrer Brüste empfiehlt, falls eine nähere weibliche Verwandte einen bestimmten Typ Brustkrebs hatte, und wenn sie das bestimmte Gen hat. Dabei drückt das Gen nur eine Wahrscheinlichkeit aus zu erkranken! Keine Gewissheit!
    Praktisch alles, was man bisher bei der Genforschung rausgefunden hat, spricht von statistischen Wahrscheinlichkeiten, mehr nicht. Nun kann man sagen, wenn die statistische Wahrscheinlichkeit um so und so viel erhöht ist, dann steigt das Krankheitsrisiko erheblich. Klar, aber es bleibt eben ein Risiko, keine Gewissheit.


    Ich habe auch vor einiger Zeit mal ein bisschen im Internet rumgelesen, wie das so mit erblichen Krankheiten aussieht. Es scheint 3 zu geben, in Worten DREI, wo die Wissenschaft sich einig ist, dass sie in 100% der Fälle weitervererbt werden. Das sind ein sehr seltener Darmkrebs, Chorea Huntington (früher Veitstanz) und eine dritte, die ich leider vergessen habe. In allen anderen Fällen von erblichen Krankheiten geht es wieder "nur" um Wahrscheinlichkeiten, d.h. Möglichkeiten der Vererbung!
    Hochinteressant ist die Forschung an eineiigen Zwillingen. Bei Prostatakrebs z.B. sind in etwas 2/3 der Fälle beide beroffen. Das heisst für ein Drittel der Personen, das nur einer der beiden erkrankt. Ich finde das enorm viel, dafür dass beide die absolut gleichen Gene haben!!! Und das ist nur ein Beispiel dafür, dass Gene eben nur Möglichkeiten enthalten, was daraus wird, scheint von unendlich vielen anderen Faktoren abzuhängen.


    Dann gibt es natürlich auch Versuche, Gene zu finden, die für psychische Merkmale des Menschen verantwortlich sind. Soweit ich weiss, war das bisher nicht sehr erfolgreich... (zum Glück?)
    Interessant ist hierbei noch die Forschung an vorzugsweise eineiigen Zwillingen, die getrennt aufgewachsen sind. Oft stellt man fest, dass ihre Persönlichkeiten und ihre Lebensläufe und ggf. ihre Krankheiten, erstaunliche Ähnlichkeiten aufweisen. Daraus wurde dann flink gefolgert, dass das an den Gene liegt.
    Was man dabei aber vergisst, ist dass diese beiden Menschen ihr Leben unter exakt denselben Bedingungen begonnen haben! Im Leib ihrer Mutter! Die Wissenschaft weiss heute ja, dass jede unserer Gefühlsregungen sich durch das eine oder andere "Glücks-" oder "Stress"hormon in unserem Blut nachweisen liesse. Und das ungeborene Kind ist in absoluter Symbiose mit seiner Mutter, teilt also all ihre Erlebnisse und Empfindung. Und das prägt.


    In der Pädagogik und Psychologie gibt es auch schon seit Jahrhunderten die Diskussion darüber, was uns zu den Personen gemacht hat, die wir sind: die/unsere "Natur", das sind dann wohl die Gene, oder die Umgebung, die Gesellschaft, "das,was uns nährt"? Auf Englisch ist das die Frage "nature" oder "nurture".


    Die Psychologie gibt auf diese Frage jedenfalls ihre klare Antwort, nämlich dass die frühen Ereignisse unseres Lebens uns prägen, uns zu denen machen, die wir sind. (Wobei die Psychotherapie dann davon ausgeht, dass wir später an uns arbeiten können, um uns zu verändern, wo wir das als für uns besser empfinden.)


    Ich weiss nun nicht, wie klar das alles was ist, was ich hier in Kurzform zu sagen versucht habe...
    Worum es mir geht, ist, dass wir (auch als Gesellschaft) dem vorgeburtlichen Lebens mehr Bedeutung beimessen sollten und den Genen etwas weniger. (Wobei das bisher natürlich nicht voneinander zu trennen war. Von daher ist die Schlussfolgerung "es sind die Gene" natürlich logisch verständlich.)


    Als ich vor 2 Jahren das erste Mal mit meinem Mann über EZS sprach (weil die Ärztin mir das als einzige Möglichkeit noch Mutter zu werden ans Herz gelegt hatte), da sagte er spontan, "dann hat das Kind ja nix von Dir". Ich hab ihm dann meine Auffassung der Dinge dargelegt, und er schien es überzeugend zu finden. Jedenfalls ist das heute schon lange kein Thema mehr für ihn.


    So, ich wollte diese Überlegungen gerne los werden und bin mal gespannt von Euch zu hören wie ihr das so seht!


    Viele Grüsse, Maria :hallo:

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Re: Warum finden wir eigentlich Gene so wichtig?


    hallo maria!
    dein bericht ist recht wissenschaftlich. sicher ist die zeit im mutterleib prägend, aber ich glaube, bei den eineiigen zwillingen liegt es nicht daran, dass ihre lebensläufe und ihre persönlichkeit so ähnlich sind. ich glaube schon, dass das genetisch bedingt ist. aber das ist nicht mein problem. ich denke, die kombination aus genetisch bedingten einflüssen und den einflüssen des lebens macht eine persönlichkeit aus. ich glaube auch nicht, dass ich ein großes problem damit habe, wenn ein (mein) kind andere erbanlagen mitbringt. ich arbeite mit kindern, und bin auch sonst oft mit kindern zusammen. da merkt man schon, wie sehr sie durch ihre umwelt geprägt werden. besonders, wenn man ein gutes verhältnis zu einem kind hat und einfühlsam ist, versucht das wesen des kindes zu erfassen (und auch eine gewisse sensibilität und fähigkeit dazu mitbringt), dann ist das wunderbar und die beziehung stimmt. gene hin oder her. die können sogar manchmal hinderlich sein, z.b. wenn man sich zu ähnlich ist. trotzdem ist das alles irgendwie komisch. es ist ja wirklich so, auch bei eigenen kindern kann es sein, dass sie völlig anders gepolt sind. das gibt es oft, ich sehe das auch in der verwandtschaft.
    ich glaube ich habe in anderen ordnern beiträge von dir gelesen und die haben mir ziemlich gut gefallen.
    wenn ich irgendwo bin, wo ich viele kinder sehe (neulich waren wir in einem theaterstück für kinder), dann kann ich nur denken: die sind so süß, schön pur und wertvoll! jedes einzelne. in solchen momenten denke ich nur: es ist so ein schönes leben mit kindern. sie vermitteln uns unbewusst, wie wichtig werte sind. und das wichtigste in der familie ist das gefühl, zusammen zu gehören.
    ein ehepaar in unserer familie hat ein kind adoptiert (sogar von einem anderen kontinent, also ganz klar erkennbar, dass es sich um eine adoption handelt). das mädchen ist den eltern total ähnlich in sehr vielen verhaltensweisen.
    ich glaube es ist eben wichtig, selbst stabil zu sein, aber ich glaube auch, man wächst an der sache.
    die sache ist schon schwierig. maria, wie machst du es, ich kann es auch noch mal in anderen ordnern nachschlagen, aber, sagst du es deinem kind oder nicht?
    ich habe halt angst, dass ich einerseits das kind verwirren würde, wenn ich ihm seine herkunft erkläre, andererseits möchte ich ehrlich sein. irgendwann fragendie kinder: was habe ich von dir, wie ist das bei dir usw. dann möchte ich meinem kind richtig in die augen sehen können. meine angst ist weiter, dass es dann nicht das größte problem der welt ist, die EZS zu erklären, aber das kind will vielleicht nur mal sehen, wer sneine genetischen eltern sind, dasf glaube ich ziemlich sicher und dann... das ist das problem mit der anonymen eizellspende (oder embryonenspende). ich denke, dass dann, wenn das kind die genetischen eltern sehen könnte, das thema recht bald an wichtigkeit verlieren würde, weil es einfach abgeklärt wäre, so aber zum echten problem werden kann. es gibt allerdings studien über samenspende (die ja in einigen ländern schon relativ lange praktiziert wird), bei denen betroffene kinder keine wirklichen probleme damit haben, wenn sie wissen, dass sie durch samenspende und IVF gezeugt wurde, wenn sie eine stabile familiäre situation genießen.
    wahrscheinlich gibt es zu dem thema viele wahrheiten, so wie bestimmte gene ganz verschiedene charaktere prägen können, je nachdem wie das leben, die entwicklung verläuft und welche äußeren einflüsse einwirken.
    aber dann kommen so ganz simple gedanken wie: ich habe so schöne füße, ohren, haare, die möchte ich so gerne weitergeben. oder: mein mann und ich lieben uns so und wir haben uns doch füreinander entschieden, also sollte unser kind doch aus ihm und mir bestehen. das ist aber nur eine seite meiner gedanken. ich denke auch: ich bin nicht so selbstverliebt. ich bin bei weitem nicht die schönste. ich kann jedes kind lieben. was zählt, ist die bindung.
    interessantes thema! wissen es bei euch die eltern und verwandten? wenn ja, wie habt ihr es ihnen gesagt. es kann sein, dass du das alles schon einmal aufgeschrieben hast, aber ich bin mir jetzt nicht sicher.
    viele grüße linchen

  • Re: Warum finden wir eigentlich Gene so wichtig?


    Hallo Linchen,
    es hat mich gefreut, Deinen ausführlichen Beitrag zu lesen!
    Was meine Situation betrifft, so habe ich in der Tat schon an anderen Stellen dazu geschrieben, aber ich finde es auch sehr schwierig, die Geschichte von jemandem hier zusammenzupuzzeln, auch Deine übrigens :-)


    Also, bin heute 47 Jahre jung, wurde im sommer 2005 mit knapp 44 sehr erwünscht spontan schwanger, leider wurde unser Söhnchen in der 37. Woche stillgeboren, bis heute weiss niemand, warum. Seitdem Menopause, wohl durch den Schock. Ich lebe in Brüssel, die Ärzte haben mir gleich EZS empfohlen, ich wäre dazu aber damals emotional und psychisch nicht in der Lage gewesen. Als ich diesen Sommer wieder zum Arzt bin, hiess es, es gibt ein neues Gesetz mit strikter Altersgrenze (1.Kontaktaufnahme mit max. 45), und man gab mir Adressen im Ausland. Im Oktober dann 1. IVF mit EZS, leider negativ. Im Moment Vorbereitung für Kryotransfer
    .
    Meine Überlegungen sind also z.Zt. noch recht "theoretischer" Natur, aber ich werde meinem Kind, wenn es denn dank EZS gezeugt worden sein wird, das von Anfang an als Teil seiner Geschichte erzählen. Ich habe dazu schon einiges unter "Fluch oder Segen?" und "WIE sag ichs meinem Kind" geschrieben. In meiner Umgebung wissen meine Freundinnen und meine älteste Schwester Bescheid. Dem Rest der Familie werde ich es spätestens dann sagen, wenn ich ihnen unser Kind vorstellen kann. Ob ich es früher, während einer Schwangerschaft sagen würde, weiss ich noch nicht. Sicher werden sich alle sowieso jede Menge Sorgen machen, solange es keine Lebendgeburt gegeben hat, und da will ich nicht noch ein potentiell schwieriges Thema dazu eröffnen.


    Erzälst du kurz Deine Familiensituation? Hast Du schon ein Kind?
    Werde jetzt aber auch nochmal nach Deinen Beiträgen suchen...
    Viele Grüsse, Maria :hallo:

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Re: Warum finden wir eigentlich Gene so wichtig?


    Liebe Maria!
    Das ist sehr sehr traurig. Ich gehe zur Zeit nicht so oft ins Netz, weil ich mich momentan ziemlich an der Grenze meiner Kräfte bewege. (Gleich mehr dazu).
    Heute habe ich Deinen letzten Beitrag gelesen. Da ist es schwer, die passenden Worte zu finden. Die Kinder sind das Liebste und Wertvollste, das wir bekommen. Ein Kind zu verlieren ist demzufolge das schlimmste, was passieren kann. Das tut mir sehr leid für Dich und Deinen Partner. Es ist kein Wunder, dass danach die Periode wegblieb. Wahrscheinlich seid Ihr sehr an diesem Ereignis gewachsen.


    Maria, jetzt ist es ja einige Jahre her, seit das passiert ist. Möglicherweise stellt sich Deine Periode wieder ein, allerdings ist die Möglichkeit, jetzt noch schwanger zu werden ja gering. Ich weiß nicht, inwieweit Du meine Beiträge gelesen hast, hier gebe ich Dir nochmal einen Überblick: Also ich lebe in Deutschland. Ich bin seit kurzem 44 Jahre alt und habe einen 17jährigen Sohn aus erster Ehe, den ich über alles liebe. Er ist mir auch recht ähnlich. Seit über zehn Jahren bin ich mit einem anderen Partner zusammen, wir haben vor einigen Jahren geheiratet. Wir haben seit vier Jahren einen dringenden Kinderwunsch, vorher war es aus finanziellen Gründen nicht geplant. Ich bekam meine Periode noch regelmäßig, die ersten zwei Jahre, in den vergangenen zwei Jahren zeigt sich, dass sich bei mir leider die Wechseljahre ankündigen (erhöhter FsH-Wert, unregelmäßige Zyklen, lange Abstände, dann wieder vorzeitiger Eisprung, Zysten: eben alles was zeigt: die biologische Uhr hat geschlagen). Seit zwei Jahren sind wir in Behandlung in einem Kinderwunschzentrum. Man macht uns mittlerweile wenig Hoffnung und die Ärztin hat mit mir über EZS gesprochen.


    Ich wünsche mir von ganzem Herzen ein Kind mit meinem Mann. Ich habe alles in die Wege geleitet für eine EZS in Prag bei Gennet (wo warst Du, wenn ich fragen darf). Ich mache mir aber viele Gedanken. Wie Du es sagst, finde ich es vernünftig: Das Kind sollte von Anfang an davon erfahren, immer so viel, wie es selbst wissen will. Dann kommt es nicht zu diesem Schock irgendwann (weil ich nicht glaube, dass sich so etwas wirklich "verheimlichen" lässt).
    Jetzt pass auf: Ich habe ja einen Sohn, zu dem ich eine sehr gute Beziehung habe. Sein Vater (mein geschiedener Mann) lebt im Ausland. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Wir mögen, schätzen uns und halten auch weiterhin zusammen. Nun erlebe ich, wie mein Kind gerade in der Pubertät sehr interessiert daran ist, warum er so und so aussieht, von wem er was hat. Das ist o.k., solange man die Fragen schön beantworten kann oder man spekuliert, weil man nicht alles eindeutig zuordnen kann. Außerdem habe ich meinen Vater sehr früh verloren, so dass ich hier kaum klare Erinnerungen habe. Aber: Ich kann immer ehrlich sein, meinem Kind direkt in die Augen sehen, wenn wir über solche Dinge reden. Mein Problem ist jetzt: Bei einer anonymen Eizellspende tappt das Kind im Dunkeln. Und ich habe die Befürchtung, dass das zu Problemen führen kann. Was geheim ist und bleibt, beschäftigt uns ja viel mehr als das, was man nachprüfen, lüften kann. Ich denke, dass es für ein Kind kein großes Problem ist, wenn es weiss, o.k. ich "stamme" aus einer EZS, meine Eltern wünschten sich sehr ein Kind und gingen diesen Weg (vorrausgesetzt, die Eltern-Kind-Beziehung stimmt). Aber es will vielleicht "nur mal sehen", wo die erblichen Ursprünge herkommen, und kann es aber nicht. Das ist der Knackpunkt, der mir Angst macht.


    Andererseits habe ich Studien gelesen (Samenspende), bei denen klar wurde, dass es für die betroffenen Kinder kein Problem ist, dass sie mit Hilfe einer anonymen Spende gezeugt wurden, wenn sie in ihrer Familie glücklich sind.


    Ich bin nicht so auf dem "Egotrip", dass ich denke, ich bin die Schönste, und ich will ein Kind nur von "mir" und meinem Partner. Ich liebe Kinder und das Leben mit einem Kind, die Gesellschaft des Kindes, ein Kind großzuziehen, darauf kommt es an. Ich könnte auch ein Kind adoptieren, aber das will mein Mann nicht. Außerdem möchte ich auch gerne noch einmal schwanger sein. Bei uns ist es schon auch so: Wir sind selbst schuld, dass es nicht mehr spontan klappt, wir haben einfach zu lange gewartet. Aber wir hatten halt vorher wirklich Geldsorgen.


    Was ich noch denke: Wenn alles von der Familie gut mitgetragen wird, ist es sehr gut.


    Was ich bei meinem Sohn erlebt habe: Die wollen alles wissen, was geht. Und Ehrlichkeit ist selbstverständlich, sonst ist die Beziehung dahin, es geht gar nicht, dass man sein Kind anlügt (so sehe ich das). Das ist alles ziemlich viel, finde ich, wenn man vor so einer Entscheidung steht.


    Mich beschäftigt das alles so sehr, dazu die Gedanken: Das kostet so viel Geld, und wenn es dann nicht klappt, sind wir verschuldet usw. das bringt mich an die Grenzen. Ich arbeite auch Vollzeit und habe ja ein liebes Kind, das aber auch versorgt sein will, deswegen habe ich oben geschrieben, dass ich nur noch alle paar Tage ins Forum gehe, um auch immer wieder Abstand zu allem zu gewinnen, weil ich für mich Klarheit suche. Ich bin aber auch ein Mensch, der Dinge sehr aktiv verarbeitet.


    Liebe Maria, ich hoffe ich habe Dich nicht erschlagen mit diesem Text, wie lange bist Du schon im Forum? Seid Ihr schon soweit, dass Ihr Euch Kliniken aussucht? Ich bin froh um diesen "persönlichen" Kontakt, weil es schon sehr ernst ist und ich mich dabei nicht nur an der Oberfläche bewegen kann.


    Viele liebe Grüße
    Linchen

  • Re: Warum finden wir eigentlich Gene so wichtig?


    Hallo Maria!
    Habe gerade Deinen Beitrag im Ordner "Wie sag ich's meinem Kinde" gelesen. Ja, mir geht es auch um Wahrheit. Sein Kind steht einem am nächsten. Es kann nicht sein, dass da irgendetwas unehrliches "dazwischen" ist. Und auch mir geht es um diesen Wert Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit.
    Übrigens: Hast Du wahrscheinlich schon gelesen, aber trotzdeM: romy (ich glaube im Ordner: hat euer Kind Ähnlichkeit mit Euch oder so) hat, finde ich sehr gute und ehrliche Beiträge geschrieben. Sie hat bereits ein Kind, sogar aus einer Embryonenspende. Und ein sehr schöner, wahrer Satz von ihr lautet: "Die Gene sind sch...egal, man liebt das Kind um seiner selbst willen" und so sieht Liebe auch aus, oder? Es tut mir sehr gut, so etwas zu lesen. Viele Grüße, bis bald, Linchen

  • Re: Warum finden wir eigentlich Gene so wichtig?


    Hallo Linchen,
    freut mich, dass Du so ausfûhrlcih geschrieben hast! Und macht nix, wenn es ein bisschen duert, bis Du Dich wieder meldest!

    Quote

    Ich könnte auch ein Kind adoptieren, aber das will mein Mann nicht. Außerdem möchte ich auch gerne noch einmal schwanger sein.


    Das könnte von mir stammen!!! :-) Daher schien es so prima zu sagen, ich adoptiere eine Eizelle, mein Mann bekommt "sein" Kind. Und nach Schwangerschaft und Geburt wäre es ganz sicher MEIN und unser Kind!
    Wir haben den ersten leider erfolglosen Versuch schon hinter uns, beim Prof. Zech Institut in Pilsen.
    Seit 10Tagen war ich auch schon in der Vorbereitung zum Kryotransfer. Am Freitag war ich beim Ultraschall um zu sehen, wie gut die Gebärmutter schleimhaut sich aufgebaut hat, der Gyn sagt: prima, und ach ja, Sie haben da einen Schleimhautpolypen. Das kann eine Einnistung erschweren. (wörtlich: "kann" und "erschweren") Ich habe dann meine Ärztin angerufen, ihr sofort das US-Foto per mail geschickt, sie hat zurückgerufen und gesagt, "das ist so als hätten Sie eine Spirale sitzen, damit gibts keine Einistung, und vielleicht ist das ja der Grund, warum es nicht geklappt hat." Tja, also Abbruch des Ganzen. Ich soll eine Gebärmutterspiegelung machen lassen und dann eine Ausschabung.
    Ich habe den Eindruck, das was eine schlechte Nachricht, die vielleicht eine gute ist, sozusagen... Denn vielleicht hat man ja nun wirklich das Problem gefunden, das Ding ist jetzt 6mm gross, war also vielleicht auch schon beim letzten Transfer da, nur sehr klein und damit "unsichtbar".
    Ich nehme es jedenfalls erstaunlich/recht gelassen, und hoffe, dass es keine weiteren Komplikationen gibt. Irgendwie hätte auch alles sehr schnell gehen müssen so vor Jahresende, und im Dezember wäre ich 3 Wochen damit allein gewesen, da mein Mann weg sein wird. Also, Prinzip Hoffnung für Anfang nächsten Jahres!
    So, und jetzt sitzt mein Liebster hier und wartet auf den Computer, also lasse ich es für heute dabei. :-)
    Viele Grûsse, schönen Sonntag, Maria :hallo:

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Re: Warum finden wir eigentlich Gene so wichtig?


    Hallo Maria!
    Oh je oh je. Es gibt eben immer wieder Überraschungen. Woher kommt die Polype? Ja, vielleicht ist es gut, dass sie jetzt entdeckt wurde, vor dem Transfer. Ich gehe am Donnerstag zu meiner Gyn, um die Schleimhaut messen zu lassen (Zyklusmitte). Ich starte ja meinen ersten Versuch bei Gennet in Prag, wann steht allerdings noch nicht fest. Ich soll die GMS jedoch messen lassen. Eine Gebärmutterspiegelung habe ich auch gemacht, nachdem ich zwei Jahre lang nicht schwanger wurde. (Auch die Eileiter wurden überprüft). Da war aber alles in Ordnung. Wann gehst Du ins Krankenhaus? Das wird ja ambulant gemacht.


    Noch einen weiteren Gedanken, den ich so die letzten Tage für mich formulieren konnte, nachdem ich mich so ausführlich mit Dir ausgetauscht habe. (Das alles hilft ja ungemein, sein eigenes Denkstübchen aufzuräumen). Ich sehe das genau wie Du. Mein Mann hat sein Kind und da ich das Kind ja austrage, ist es auch ganz und gar mein Kind. Ich habe eigentlich keine Angst, dass ich das Kind nicht annehmen kann. Ich glaube meine Angst besteht darin, dass das Kind mich irgendwann (wenn es schon größer ist) nicht richtig annehmen kann. Trotzdem bestärkt mich Dein Standpunkt auch in meiner Meinung: Ehrlichkeit zu bewahren. Allerdings bin ich nicht hundertprozent ohne Zweifel: Ich möchte das Kind nicht verunsichern. Wahrscheinlich würde ich, wenn ich wirklich schwanger von einer EZS werden würde, mit einer Kinderpsychologin sprechen und sie fragen, wie und wann ich das Kind mit der Wahrheit konfrontieren soll.
    So, jetzt muss ich mich ganz schnell fertigmachen zur Arbeit.
    Liebe Grüße, bis bald Linchen

  • Re: Warum finden wir eigentlich Gene so wichtig?


    Hallo Linchen,
    woher so ein Polyp kommt, wissen die Götter... aber nicht die in Weiss :-)
    Die grosse Frage ist nun, wann es wie hier weitergehen wird...
    Ich hatte zu einem deutschsprachigen Gyn gewechselt, von dem ich aber leider den Eindruck habe, dass es ihm nicht gefällt, dass ich noch schwanger werden will, dass ich das im Ausland mache und dass er nur der tschechischen Ärztin "zuarbeiten" soll, seufz...
    Er stellt sich ziemlich an, was einen baldigen Termin im Krankenhaus angeht. Weiss nicht warum... "Wollen Sie das schon diesen Monat machen lassen?" Ähhh, ja!!!, worauf soll ich denn bitte schön warten???
    Es sieht so aus, als müsste ich da zwar über ihn gehen, aber doch zu einem anderen Arzt, der dann den Eingriff macht. Ich kapier das alles nicht so recht.
    Auf jeden Fall habe ich am 5. einen Termin bei dem Arzt (in der Klinik, in die mich auch mein Gyn schicken würde), der mir die Auslandsadressen gegeben hat. Der dürfte zumindest kein Problem mit meinem Vorgehen haben, und vielleicht mache ich dann mit ihm weiter. Ich nehme ja an, dass ich jetzt erstmal Blutungen abwarten muss, und daher ist der 5.12. gar nicht so schlecht als Termin.


    Nochmal zu dem anderen Thema. Du schreibst:

    Quote

    Wahrscheinlich würde ich, wenn ich wirklich schwanger von einer EZS werden würde, mit einer Kinderpsychologin sprechen und sie fragen, wie und wann ich das Kind mit der Wahrheit konfrontieren soll.


    Es kann natürlich immer interessant sein, die Fachleute zu hören, aber ich denke, wenn Du verschiedene fragst, kriegst Du auch verschiedene Antworten...
    Und: "das Kind mit der Wahrheit konfrontieren", genau so eine "Konfrontation mit der Wahrheit" will ich vermeiden (wenn ich ein Kind dank EZS bekomme). Das heisst ja, dass es vorher eine Unwahrheit gegeben hat, und dann kann so eine Konfrontation vielleicht wirklich erstmal sehr schockierend sein, das kann zum Risiko des Identitätsbruches führen: Gestern war ich das Kind meiner Eltern und heute ist da plötzlich noch jemand??? Wer bin ich dann???
    Daher sag ich mir: von Anfang an soll es (die Wahrheit) Teil der Geschichte meines Kindes sein. Dann gibts auch nicht irgendwann einen Schock, sondern nur schrittweise wachsendes Verstehen der Dinge.
    So denk ich mir das...
    Gute Woche und viele Grüsse, Maria :-)

    Zech-Institut Pilsen,EZS 10/2008 negativ,
    KET 02/2009 negativ.
    Unica, Brünn:EZS 09/09 negativ,KET 26.11.09 positiv, 15.SSW missed abortion, Ausschabung

  • Re: Warum finden wir eigentlich Gene so wichtig?


    Hallo Maria, Du hast Recht, ich brauche oft viel Austausch, damit sich das, was ich wirklich denke und will, entpuppen kann. Dann mache ich schon das, was ich für richtig halte. Nur das kommt auch glaubhaft an und damit kann man dann ja auch umgehen.
    Momentan fühle ich mich ganz gut, wenn ich mit Gennet in Verbindung bin, ich würde die Sache doch gerne bald "anpacken", ich denke, dann hat auch diese zermürbende Denkerei ein Ende, wenn man endlich handeln kann.
    Liebe Grüße Linchen
    Übrigens: War im Ordner "haben eure kinder Ähnlichkeit mit euch?" Fand die Beiträge ganz gut!!

  • Re: Warum finden wir eigentlich Gene so wichtig?


    [quote author=Malo link=topic=5175.msg63008#msg63008 date=1227525286]
    von Anfang an soll es (die Wahrheit) Teil der Geschichte meines Kindes sein. Dann gibts auch nicht irgendwann einen Schock, sondern nur schrittweise wachsendes Verstehen der Dinge.
    [/quote]


    Hallo Malo,
    "...schrittweise wachsendes Verstehen der Dinge", ja da hast Du genau den Nagel auf den Kopf getroffen, genau so stelle ich mir das auch vor ...und so kann es ein durchaus 'besonderer' aber nicht unbedingt 'wichtiger' "Teil seiner Geschichte" werden.


    Fuer mich ist die Spenderin auch keinesfalls die genetische 'Mutter' sondern eben nur die 'Genetik-Spenderin'.
    EZS oder nicht, der Begriff der "Mutter" ist in meinen Augen Privilegium der Person, in deren Bauch das Kind herangewachsen ist, die es zur Welt brachte und vor allem die, die es erziehend ins Leben begleitet... (cf. im Falle der Adoption: Mutter vs 'Biologische Mutter')


    Liebe Gruesse, Nnina