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"Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?

  • Hallo,


    So jetzt nehme ich auch mal allen Mut um mich zu 'outen' und bei Euch im Forum teilzunehmen...


    Vielen Dank erstmal an Ines +Chris dass es dieses Forum ueberhaupt giebt. Es ist so glow=red,2,300]immens [/glow] hilfreich hier Infos und Unterstuetzung austauschen zu koennen!!
    Ich wuensche Euch natuerlich ganz besonders alles Liebe und viel Glueck und Erfolg fuer Euren gegenwaertigen Versuch!!!!!!!!!!


    Bin schon seit vielen Monaten stille Mitleserin: 44 Jahre, eine 4 jaehrige 'eigene' Tochter, ...nur mit dem kleinen Geschwisterchen moechte es leider nicht mehr klappen, trotz vieler Versuche in den vergangenen Jahren. Anfangs des Jahres war ich noch einmal spontan schwanger... aber leider nur von kurzer Dauer...bin eben doch schon zu alt. Soweit zu meinem Weg bis heute und zur EZS.


    Anfang November haben wir Termin bei RF in Brno und bald schon soll es mit der Depot Spritze losgehen (uebrigens sub-cutan und nicht intramuskulaer, laut meinem Arzt ??!!)...


    Hat jemand von Euch Erfahrung mit eigenen und EZS-Kindern? Macht es doch irgendwo einen Unterschied im Kopf? ...in der Liebe zu dem Kind? Ich glaube es zwar nicht , waere aber sehr an Euren Erfahrungen interessiert.
    Und dann die ewige Frage: sagen? oder nicht sagen?
    Eigentlich finde ich sagen besser, gleich von Anfang an es so nebenbei erwaehnen wenn es sich ergiebt, damit das Kind damit aufwaechst (einmal habe ich von einer Mutter gelesen die Ihr Kind zur Blutspende mitnahm und dies zur Gelegenheit nahm...das fand ich eine gute Idee).
    ... aber wenn ein eigenes und ein EZS Kind zusammen aufwachsen ist es nicht doch gefaehrlich dass das EZS Kind sich dem anderen gegenueber benachteiligt fuehlt...?


    Vielen Dank schon im voraus fuer evetuelle Erfahrungsberichte oder Erwaegungen zu diesem Thema!


    Liebe Gruesse von Nnina

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Liebe Sofie,


    Vielen Dank fuer Deine PN.


    Ja es ist ein heikles Thema: sagen oder nicht sagen. Das muss jeder fuer sich entscheiden, da giebt es wohl kein universelles richtig oder falsch (wie in so vielen Dingen).


    Ich glaube letztendlich sollte man das endgueltig erst wenn das Kind da ist entscheiden, je nachdem wie man es eben fuehlt. Ich denke wenn man es selbst regelmaessig praesent im Kopf hat sollte man es besser sagen, denn die Kinder haben einen unglaublichen Radar... Wenn man es jedoch selbst im Alltag komplett 'vergisst' weil es sozusagen ein unwesentliches Detail ist, kann man es wohl schon als solches 'ad acta' legen (aber dann sollte man es auch am besten keinem vorher gesagt haben, denn das schlimmste ist es bestimmt fuer ein Kind es duch einen Dritten zu erfahren).


    Ich selbst bin eigentlich noch unschluessig, aber mein Mann ist absolut gegen das Verschweigen.


    Ich freue mich fuer alle weiteren Ueberlegungen zu diesem Thema. Haben denn manche EZS Muetter hier Ihren kleinen Kindern schon irgendwie etwas angedeutet um das Thema vorzubereiten? wenn ja wie? wie war die Reaktion?


    Ich freue mich auf alle Antworten!


    Liebe Gruesse, Nnina

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Hallo Nnina und Sofie,


    "Schweigen oder Sagen": da gibt es schon lange "Fäden" hier, guckt mal bei "Psychisches".


    Genetische Kinder + EZS/EMS-Kinder: Kann ich nichts aus eigener Erfahrung beisteuern, aber habe von 2 Forumskolleginnen hier gehört, dass es wirklich keinen Unterschied macht in den Gefühlen. Die entstehen wohl eher durch das Hegen und Pflegen als durch die Genetik.


    Viele Grüße
    Romy

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Liebe Nnina,


    bei uns ist es wie bei euch, wir haben bereits ein 6-jähriges Kind. Aufgrund einer langen ernsthaften Erkrankung meines Mannes gehen wir nun für ein Geschwisterkind den Weg der Embryonenspende.


    Ich glaube nicht, dass - wenn es denn überhaupt klappen sollte - es einen Unterschied zum "leiblichen, genetisch eigenen" Kind geben wird. Vielleicht wird man in den ersten Wochen ängstlich in sich hineinhorchen, weil es im Kopf steckt, dass es diesmal keine "natürliche" Schwangerschaft ist, aber ich denke mit den ersten Kindsbewegungen wird man es "völlig vergessen" und die Liebe zu diesem zweiten Kind wird genauso da sein wie beim ersten, auch wenn es halt auf einem anderen Weg entstanden ist. Für uns ist die genetische Abstammung auch ohne belang. Es geht uns darum, ein weiteres Kind in der Familie zu haben. Wir waren auch bereits Adoptionsbewerber (aufgrund der Erkrankung meines Mannes scheidet dieser Weg aber nun aus). Wenn es zu einer Adoption gekommen wäre, hätten wir es dem Adoptivkind von vornherein gesagt, und zwar deshalb, weil es später einen Kontakt zu den leiblichen Eltern hätte aufnehmen und weil Verwandte, Freunde, Kollegen es auch gewußt hätten. Bei der Embryonenspende sehen wir es anders. Sie ist anonym. Es wird nie Kontakte zu den "genetischen Eltern" geben können. Die Frage ist für uns, was sollte es dem Kind bringen, es zu wissen. Unserer Meinung nach könnte dies eher belastend sein. Das Kind sollte sich niemals gegenüber dem ersten benachteiligt fühlen. Wir haben uns daher dafür entschieden, es nicht zu sagen, was für uns jedoch auch bedeutet, dass kein Dritter davon weiß. Wir haben also niemanden eingeweiht. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg für einen der richtige ist. Wir würden wohl auch anders entscheiden, wenn wir nicht schon ein "genetisch eigenes" Kind hätten.


    Schönen Gruß,
    Sonnenstrahl

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Liebe Romy, Lieber Sonnenstrahl,


    Vielen Dank fuer Eure Antworten.


    Ja, die langen Faeden im "Psychische Aspekte" Ordner habe ich naturlich laengst 'verschlungen'. Es wurden dort sehr interessante und vielfaeltige Ueberlegungen und Gedankenanstoesse 'gewaelzt' die hilfreich sind fuer jeden der sich mit der Thematik befasst.


    Es giebt auch interessante Studien zu dem Thema in England wo EZS (EMS?) nun gesetzlich erlaubt ist, aber nur nicht-anonym, weil dies wohl laut der Experten, im besten Interesse des Kindes sei. Wen's interessiert, Susan Golombok z. Bsp. leitet regelmaessig Vergleichs-Studien ueber das psychische Wohlbefinden von DI / EZS/ IVF und normal gezeugten Kindern. Die Resultate sind durchgehend positif (keinerlei alarmierende Abweichungen im Kinder-Eltern Verhaeltnis) aber die aelteste Gruppe sind Kinder von 7 Jahren, d.h. es giebt noch keine aussagekraeftigen Ergebnisse von Seiten der Kinder.


    Am wohlsten waere es mir wenn das Kind mit dem Wissen um seine Entstehung aufwaechst, und es deshalb gar kein Thema ist, so wie es kein besonderes Thema ist ob die Augen blau oder braun sind.
    Natuerlich werden einige Elemente genetisch vererbt, aber welche Bausteine dominant sind und ob sie nun von der Urgrossmutter (und davon hat jeder 4) oder von jenem Urgrossvater (auch vier) stammen, das weiss doch bei uns auch keiner und kennengelernt haben wir sie auch nicht ...und dieses Unwissen hat uns auch keinerlei psychische Traumatismen verursacht weil es kein Thema ist und wir es als normal empfinden.


    In einem Buch ueber Buddhismus habe ich mal eine interessante Analogie gelesen: ein Seil liegt auf dem Boden, in der Dunkelheit. Wenn man der Meinung ist es koennte eine Schlange, dann ist man von starken unwohlen Gefuehlen beherrscht, wenn man aber davon ausgeht dass es nur ein Seil ist, dann ist es eine nur eine gleichgueltige Nebensache.


    ...und das wirklich wesentliche, ist doch was man aus diesen Bausteinen, -die ja nur Rohmaterial sind-, macht, und das ist -Genetik oder nicht- unser persoehnlicher, unumstrittener, essentieller Beitrag mit dem wir unser Kind praegen, durch unsere Erziehung und unser Vorbild.


    In diesem Sinne (ich hoffe mich verstaendlcih ausgedrueckt zu haben) waere mir das 'sagen' am liebsten, aber die Frage bleibt, wird es denn auch so sein?


    Romy, Du hast ja bereits eine Tochter (3 Jahre?). Darf ich fragen wie Du der Sache gegenueber stehst? Hast Du Ihr gegenueber schon mal was erwaehnt? oder ziehst Du eher das Schweigen in Erwaegung?


    Sonnenstrahl, da hast Du ja schon einiges durchgemacht. Ich hoffe Deinem Mann geht es jetzt wieder blendend und dass nur noch die dunklen Erinnerungen bleiben (aber an allem Schlechtem ist doch immer auch was Gutes, und so helfen einem die schweren Erfahrungen, glueklicher zu leben weil man dadurch die wirklich wichtigen Sachen -wie Gesundheit!!, viel bewusster erlebt!


    Liebe Gruesse, Nnina

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Liebe Nina, das ist ein großer Unterschied, ob du von deiner eigenen Sichtweise ausgehst oder von der des Kindes. Du hast einen langen Weg bis hierher zurückgelegt, hast Lebenserfahrung, kannst abwägen und relativieren, weißt vieles, hast eine gesicherte und von deinen Eltern längst unabhängige Identität und entscheidest dich freiwillig für eine EZS. Mit diesem Rüstzeug kannst du den Schritt "EZS" ganz anders einsortieren als ein Kind oder ein Jugendlicher, das all dies nicht hat.


    Von mir aus gesehen - klar, da wäre es mir am liebsten wie dir. Einfach sagen, kein Thema draus machen... klar, das wäre wunderbar. Aber ich halte das für eine Illusion. Vom Kind aus gesehen komme ich zu ganz anderen Schlüssen. Mir scheint, dass das Kind durch die Eröffnung sehr viel mehr verliert als es gewinnt. Insofern werde ich auf alle Fälle schweigen; ich lüge auch aktiv "das hast du vom Opa" etc. Ich bin der Meinung, damit meinem Kind am besten zu dienen.


    Die Studien kenne ich. Als größte Angst der Schweige-Eltern wurde dort genannt, dass das Kind einen nicht mehr so liebt. Darüber war ich sehr erstaunt, denn das scheint mr wiederum ein ziemlich ich-bezogener Standpunkt. Meine Angst wäre, dass das Kind Identitätsprobleme bekommt.


    Übrigens war ich anfangs, und aus meinem spontanen Empfinden heraus, auch der Meinung: Sowas muss man doch einfach sagen. Ich habe meine Meinung geändert, in dem Maß, wie ich drüber nachdachte. Egal wie du dich entscheidest: Geh vom Kind aus, nicht von dir! (Mein Dr. L. in Warschau, der für seine flapsige Art bekannt ist, brachte das Thema auf die Kurzformel "Na prima! Sie haben sauberes Gewissen, Ihr Kind hat Depressionen!")


    Gruß Romy

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Hallo Nnina,
    ich habe wie du auch ein vierjähriges Kind und wollte gerne noch ein Kind dazu. Da wir unseren Kleinen schon sehr spät bekommen haben, hat es danach leider nicht mehr auf natürlichem Weg geklappt. Ich wurde zwar immer wieder ss ,hatte aber recht bald dann eine Fg. So kam die Entscheidung EZS. Lange hatte auch ich die Sorge es könnte einen Unterschied machen in den Gefühlen. Ich hatte Angst ich könnte meinen Sohn mehr lieben als mein Kind aus EZS.Doch dann wuchs in mir Leben heran. In der 6/7 Ssw bekam ich Blutungen,verlor eins meiner zwei Krümel. Ich war so dankbar,als sich zeigte ,das eins mir bleiben wird. Je länger die ss dauerte ,um so mehr trat der Gedanke an das fremde Erbgut in mir zurück. Es verlor sich im Nichts... In mir wuchs mein Kind, ich war glücklich,fing an mich zu freuen. Nach 20 Wochen die Feindiagnostik... mein Kind ist gesund ,es wird ein Mädchen. Das Glück in mir war vollkommen. Die ss verlief nun super gut,mir ging es bis auf wenige Zipperlein sehr gut. Seit der 30sigsten Woche wußten wir wie unser Kind heißen soll, alles war perfekt. In der 35 woche habe ich ihr Zimmer fertig gahabt,alles stand bereit. Langsam wurde die ss beschwerlich,ich hatte Wasser in den Beinen, Eiweiß im Urin,sonst ging es mir gut. In der 37 ssw verliere ich Fruchtwasser, komme in die Klinik. Mir und der Kleinen ging es bestens. Leider keine Wehen. Die Ärzte leiten mit Medikamenten ein....drei Tage lang....Wehen kommen,öffnen aber nicht den Mumu. Alles schien bestens,bis sich in der vierten Nacht meine Plazenta löste,nur ein Teil, aber meine Tochter wurde nicht mehr versorgt,starb in mir während ich schlief. Ich habe sie verloren und mit ihr einen großen Teil meiner Lebensfreude. Sie war ein gesundes süßes Baby, mein Baby. Stundenlang habe ich sie in den Armen gehalten,sie an mich gedrückt ,geküsst ,gestreichelt, geweint , wenige Stunden nur,dann mußte ich sie gehen lassen, für immer hergeben.... Ich weine jeden Tag um sie,kann nicht fassen was mir und ihr geschehen ist. Ob ich sie weniger liebe als meinen Sohn ? Nein ,sie ist nicht bei mir, aber ich liebe meine Kleine so sehr,es zerreißt mir jeden Tag aufs neue mein Herz. Fast vier Monate ist es her ,meine Tränen wollen nicht versiegen, Die erste Zeit wollte ich nur sterben,nicht weiter leben,ganz langsam fange ich wieder an zu leben, will noch mal ss werden, hoffe auf die Geschwisterkryos. Vielleicht klappt es und ich darf am Ende ein oder zwei kleine Mäuse lebend bei mir haben.
    Für mich macht es keinen Unterschied im Gefühl. Ich habe mir helfen lassen um ss zu werden,dafür habe ich Eizellen von einer anderen Frau bekommen. Der Samen meines Mannes hat sich mit diesem Ei verbunden und wurde mir in den Körper gesetzt. Erst in mir und durch mich konnte aus diesem Zellhaufen ein Kind wachsen,mein Kind .
    Da eine EZS von vielen Menschen noch sehr verurteilt wird und wir die Befürchtung haben,das andere Menschen unser Kind damit irgendwann negativ konfrontieren,haben wir uns dagegen entschieden, es unseren Kindern zu sagen. Wir wollten unsere Kinder glücklich und unbelastet aufwachsen sehen. Ich selber habe die EZS recht bald nur noch als ein Hilfsmittel empfunden um ss zu werden,danach war ich nur noch ss mit meinem Kind. Jetzt,nachdem meine Tochter tot ist,werden wir es erst recht niemandem erzählen. Die Vorstellung,irgendwer könnte sagen ,eigentlich ist es doch gar nicht ihr Kind, diese Vorstellung treibt mir erneut die Tränen in die Augen. Wenn sie nicht mein Kind wäre,wie könnte ich dann so unglücklich sein,wie könnte sie mir so sehr fehlen, wieso schreit alles in mir nach meinem Kind , wieso kann ich nicht aufhören um sie zu weinen??? Es war nicht mein Ei, aber das Kind, das aus diesem Ei entstand, das Kind was in mir wuchs, das Kind was ich geboren und verloren habe, dieses Kind ,das ich so sehr liebe,es ist mein Kind .
    Ich denke, wenn man ein Problem hat mit der EZS,dann ist es vielleicht sinnvoll es dem Kind zu sagen. Kinder merken oft,wenn etwas bewußt verheimlicht wird,oder die Eltern etwas belastet . Für uns war es im Endeffekt kein Thema mehr,wir haben es niemandem erzählt, damit wir gar nicht erst in Erklärungsnot kommen. Wie ich /wir ss geworden sind,geht letztendlich niemanden etwas an. Ich würde ja auch nicht erzählen,wie oft ,wann und wo ich Sex hatte um ein Kind zu zeugen. Ich denke ob man es dem Kind oder anderen erzählt,das sollte man immer abhängig von sich und den Kindern machen. Wenn es erst mal erzählt wurde,weiß keiner mehr was daraus wird und wie die Kinder mit dieser Aussage leben und umgehen können. Ich denke da ähnlich wie Romy und glaube auch,das ein Kind mit dem Wissen um die EZS mehr verliert als gewinnt.
    LG,
    Gaensebomber, die noch oft im Tränenmeer zu ertrinken droht.

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Liebe Gaensebomber,


    danke, dass Du die Kraft gehabt hast, Deine Geschichte zu erzählen. Es muss Dir sehr schwer gefallen sein. Ich finde auch keine Worte, die Dich trösten könnten. Es gibt meiner Meinung nach nichts Schlimmeres, als sein Kind zu verlieren - und mit Beginn der SS ist es das "eigene" Kind, egal auf welchem Weg es entstanden ist. Das sehe ich genau wie Du. Ich wüünsche Dir und Deiner Familie ganz viel Kraft und Stärke und neuen Mut für einen weiteren Versuch. Vielleicht kann Dir euer erstes Kind dabei helfen. Mir hat es geholfen, dass ich ein kleines Kind hatte, als mein Mann lebensbedrohlich erkrankt war. Daraus habe ich für mich wieder neue "Kraft tanken" können.


    Liebe Nnina, Deine Geschichte mit der Schlange finde ich sehr treffend. Vieles hängt von der Einstellung oder Erwartungshaltung ab. Und das ist auch genau der Grund, warum wir es nicht sagen werden. Wir selbst geben nichts auf die Meinung "anderer Leute". Jeder hat nur ein Leben und muss seine eigenen Lebensentscheidungen treffen, so das wir selbst auch jedem gegenüber offen die Entscheidung für eine Embryonenspende vertreten würden. Aber dies können die Kinder noch nicht und wir möchten nicht, dass unsere Kinder dem Meinungsbild anderer ausgesetzt sind, auch, wenn dies vielleicht nicht "offen" geschehen wird. Aber es besteht immer die Gefahr, dass Diskussionen, Bemerkungen oder ähnliches von Kindern mitgehört werden, die sie noch gar nicht einordnen können. Schließlich ist das Thema Eizellspende in Deutschland nach wie vor ganz überwiegend negativ besetzt und leider keine "Nebensache" wie beispielsweise eine Blutspende, bei der es niemand interessierst, woher das Blut kommt, d.h. eine Vielzahl sieht das Kind "nicht als das eigene" an und eben dies würde den Kindern auch im Verhalten ihnen gegenüber entgegengebracht werden, was wir nicht zulassen wollen.


    Herzliche Grüße,
    Sonnenstrahl

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Liebe Sylvia,


    Ich kann mich noch gut an Dich erinnern, und dachte auch an Dich als ich meine Geschichte schrieb, in der Hoffnung auch von Dir und Deiner Erfahrung zu hoeren...
    ...und nun dieses unfassbare Schicksal!


    Es faellt mir schwer passende Worte zu finden..., das Leben ist manchmal so grausam und ungerecht, dass alles sinnlos erscheint.
    Aber es geht weiter, es muss weitergehen, Deine Familie und Dein kleiner Sohn, sie brauchen Dich!!!
    Wann immer der Schmerz in Dir es zulaesst, schau wieder nach vorne in die Zukunft es giebt noch so viel schoenes und wichtiges fuer Dich zu tun!!


    Ich denk' an Dich und deine kleine Maus!


    ...und umarme Dich ganz fest, Nnina

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Liebe Gaensebomber,


    mir fehlen die Worte, muss weinen ...




    Auch wir haben einen 6-jährigen Sohn ("normal" gezeugt) und wünschen uns ein 2. Kind, das wir wohl nur noch durch eine EZS bekommen können.
    Die Frage, ob sagen oder nicht, find ich völlig unabhängig davon, ob man schon Kinder hat oder nicht und wie sie entstanden sind. Ich könnte nicht mit der Angst leben, dass die EZS irgendwann vielleicht durch einen Zufall herauskommt und mein Kind den Schock seines Lebens bekommt. Dabei geht es nicht um mein Gewissen, sondern um die Lüge und den Vertrauensbruch, der dabei entsteht. Wie soll man das seinem Kind erklären?
    Ich glaube, es kann immer zu diesem Zufall kommen. Über die Blutgruppe oder z.B. bei einer Krankheit, bei der eine Organspende o.ä. erforderlich wird. Wenn das Kind von Anfang an über die Genetik Bescheid weiß, dann wird sie, glaube ich, wirklich zur Nebensache. Die Liebe zählt.


    Wenn mir jemand garantieren würde, dass mein Kind nie etwas erfährt, dann würde ich wohl auch nichts sagen.


    Alles Gute, Veronica

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Liebe Romy,


    Ja darueber war ich auch erstaunt, dass Die Eltern die Befuerchtung hatten von Ihren Kindern deshalb weniger geliebt zu werden. Ja, es scheint sehr Ich-bezogen, aber immerhin hatten sie den Mut es zuzugeben. Etwas aehliches habe ich auch von manchen AdoptivEltern gehoert, wenn die Kinder auf die Suche nach der biologischen Mutter gehen. Wie erklaert sich dieses scheinbar mangelnde Selbstvertrauen?


    Wie bereits erwaehnt habe ich noch nicht fuer mich selbst entschieden und kann die Argumente beider Seiten gut verstehen. Ich glaube aber nicht dass nicht genetische / bzw halb-genetische Kinder fataler-weise auf Depressionen vorprogrammiert sind wenn sie mit dem Wissen aufwachsen. Hier geht es ja nicht darum von seiner biologischen Mutter nicht geliebt worden zu sein wie das u.U von Adoptivkindern verstanden werden kann.
    Ich habe den Eindruck schwer kranke oder behinderte Kinder gehen -im vergleich zu uns Erwachsenen- z. Bsp. verblueffend "matter of fact" maessig mit Ihrer Erkrankung oder Behinderung um. Das ist halt so, es ist Ihre Geschichte, sie haben das Leben nie anders gekannt...


    Auch was die Eltern betrifft bin ich nicht sicher Dr L's Meinung zu teilen: ist sagen nicht schwieriger fuer die Eltern als nicht-sagen? In jedem Fall, wenn es nur darum ginge haette ich lieber ein schweres Gewissen als ein deprimiertes Kind.


    Ich moechte hier keineswegs fuer richtig oder falsch plaedieren, mein Bestreben ist es eher die Diskussion nicht untergehen lassen, denn sie scheint mir wichtig fuer uns alle um die fuer jeden einzelnen richtig Antwort zu finden.


    Liebe Gruesse, Nnina

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Liebe Veronica,


    Ja, wenn man die Garantie haben koennte waere alles viel einfacher, das stimmt!


    Wann geht es bei Dir los? und wo?


    Hast Du bereits ueberlegt wann der richtige Zeitpunkt zum ersten Mal erwaehnen sein koennte? 2-3 Jahre?
    ...und Ideen wie man das Thema einfaedeln koennte?


    Liebe Gruesse, Nnina

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Hallo Nnina,


    ich warte auf meine Blutung, und dann geht es los. Ende Oktober sind wir dann wohl in Prag.


    Ich weiss nicht, wann der richtige Zeitpunkt ist. Mit 2-3 Jahren sind die Kinder aber, glaube ich, noch zu klein. Mein Sohn ist jetzt 6, und man könnte sicher vorsichtig anfangen, ihm etwas zu erklären bzw. anzudeuten. Richtig verstehen, was Genetik bedeutet, kommt sicher erst viel später.


    Jetzt gerade könnte ich mir vostellen, Unterschiede bei den Kindern zu suchen und zu erzählen, dass das eine Kind z.B. die Füße von mir hat (schmal) und das andere Kind die Füße einer anderen Frau hat (breit). Ich mache mir da aber nicht so viele Gedanken. Das wird sich ergeben. Und da unsere Eltern und auch beste Freunde von der EZS wissen, gibt es keinen Grund, später doch etwas zu verheimlichen.


    Ich glaube auch, dass es einfacher ist, nichts zu erzählen, als mit der Wahrheit konfrontiert zu sein.
    Ich habe noch 3 Halbschwestern (gleicher Vater), die ich nie kennengelernt habe. Ich habe schon sehr lange keinen Kontakt mehr zu meinem Vater. Die Halbschwestern interessieren mich auch nicht, denn sie gehören nicht zu meinem Leben. Egal, ob wir zur Hälfte die gleiche Genetik besitzen oder nicht. Vielleicht sehen sie auch aus wie ich. Egal, sie sind fremd.
    Ich könnte mir vorstellen, dass ein Kind, dass mit der Wahrheit aufwächst, ähnlich denkt. Was interessiert es die Genetik seiner Mutter, wenn es doch eigentlich in einer ganz normalen Familie groß wird und meine Liebe bekommt. Die genetische Mutter ist ihm doch völlig fremd. Warum sollten da Depressionen vorprogrammiert sein?Wenn ein Kind allerdings irgendwann durch Zufall von den genetischen Verhältnissen erfährt, kann ich mir vorstellen, dass es einen Vertrauensbruch gibt und das Kind nach seiner genetischen Mutter suchen möchte.


    Liebe Grüße, Veronica

  • Re: "Eigene" Kinder mit EZS Geschwistern ...wie klappt das bei Euch?


    Hallo,


    schön, dass wieder einmal zu dieem Thema Stellung genommen wird.


    Zur Problematik genetisch eigene plus genetisch "fremde" Kinder kann ich nicht mitreden, da ich "nur" 3 Kinder durch Embryospende habe, wir also mit keinem genetisch verwandt sind.


    Aber ich gehöre auch zu den wenigen, die "es" den Kindern sagen möchten, auch wenn ich davor große Angst habe. Ich würde lieber schweigen, weil ich Angst habe, meinen Kindern irgendwie damit einen Knacks zu geben. Aber was ist, wenn sie es später durch Zufall erfahren? Hinzu kommt noch, dass alle Kinder braune Augen haben und mein Mann und ich helle - das ist normalerweise genetisch so selten wie ein 6er im Lotto?! Unsere Älteste interessiert sich schon jetzt sehr für den menschlichen Körper (hinzu kommt, dass ihr Papa selbst Arzt ist und dies natürlich toll findet) und wird sicher später einmal nach diesem "Zufall" mit der Augenfarbe fragen.


    Aber selbst wenn es die Augenfarbe nicht wäre, könnte ich meinen eigenen Kindern gegenüber nicht permanent lügen.


    Wir haben bis jetzt noch nichts konkretes gesagt. Aber wir haben mit unserer Großen schon einmal darüber gesprochen, dass es Paare gibt, die keine Babies bekommen können und diese dann manchmal andere Kinder adoptieren (und so sehen wir die Embryospende - als eine frühe Adoption).


    Bei uns wissen die Großeltern (väterlicherseits), meine Schwester und die Geschwister meines Mannes Bescheid. Außerdem mein Frauenarzt - auch dies sehe ich als "Schwachstelle". Dort ist ganz klar auf meiner Karteikarte vermerkt, wie die Kinder zustande gekommen sind. Niemand kann versprechen, dass nicht doch einmal getratscht wird.


    Uns wurde von einer Psychologin einmal gesagt, dass man (falls man sie aufklären möchte) die Kinder auf jeden Fall vor dem Schulbeginn über die Herkunft informieren sollte. Da haben wir noch knapp 3 Jahre Zeit. Bis dahin werden wir uns noch beraten lassen, wie man das ganze am besten angeht. Aber leicht fällt es uns nicht...


    Meine Mutter als auch Großmutter litten bzw. leiden unter massiven D. Ich hatte keine leichte Kindheit und auch heute noch ein schwieriges Verhältnis zu meinen Eltern. Trotzdem bin ich seelisch sehr stabil. Der "Abnabelungsprozess" von meinen Eltern hat mich jedoch viel Kraft gekostet und ich erlebe meine Eltern auch heute noch oft als Belastung und trotzdem bin ich ein glücklicher Mensch. Ich hoffe ganz einfach, dass unsere Kinder trotz nicht geklärter genetischer Herkunft auch glücklich werden. So viele Kinder müssen heute mit nur einem Elternteil aufwachsen. Ist es nicht viel trauriger, wenn z. B. der Papa nichts mit einem zu tun haben möchte (so ist das z. B. bei meiner Nichte)?


    So, jetzt habe ich vieles etwas durcheinander geschrieben - verzeiht es mir. Das Thema beschäftigt mich schon sehr und ich bin immer froh, wenn ich mich darüber austauschen kann.


    Ach ja - unser damaliger Kiwu-Arzt hat gesagt, dass er für das Aufklären wäre. Er kennt selbst Familien, die Kinder durch heterologe Insemination haben und deren Kinder es wissen. Die Kinder hätten es wohl gut verkraftet.


    Liebe Grüße und viel Glück auf eurem Weg!


    Narzisse

    3 Kinder durch Embryospende (1 Tochter, geb. 10/04 und Zwillingspärchen, geb. 9/07)