Der Ablauf einer Eizellspende unterscheidet sich für die Empfängerin der Eizelle von allen anderen Behandlungsmethoden (z.B. Insemination oder IVF) in der Reproduktionsmedizin.
Im Vorgespräch in der Kinderwunschklinik erhält das Paar Informationen über den genauen Ablauf der Behandlung, meist werden schon die Voruntersuchungen durchgeführt. Die Untersuchungen beinhalten zumindest ein Ultraschall der Gebärmutter sowie eine Blutuntersuchung (Hormonstatus). Beim Mann wird ein Spermiogramm gemacht um die Qualität des Spermas zu beurteilen.

Diese Untersuchungen haben einen maßgeblichen Einfluss auf die weitere Behandlung, es kann sich z.B. herausstellen, dass neben der Eizellspende noch eine Samenspende notwendig ist, oder das Sperma mittels TESE "gewonnen" werden muss.

In diesem Vorgespräch werden auch die Wünsche des Kinderwunschpaares an die Eizellspenderin besprochen, die Klinik sucht dann die passende Spenderin für das Paar.

In einigen Kliniken muss die Empfängerin der Eizellspende einen "Probezyklus" machen, dabei wird die Empfängerin so stimuliert, wie im eigentlichen Transferzyklus. In diesem Probezyklus wird untersucht, ob sich die Gebärmutterschleimhaut so aufbaut, wie es für die Aufnahme und Einnistung der Embryos notwendig ist. Verläuft dieser Probezyklus nicht optimal, kann die Medikation durch die Klinik angepasst werden, damit die Spenderin auf den eigentlichen Transferzyklus optimal vorbereitet ist. Oder es werden weitere Untersuchungen der Empfängerin angeraten. Verlaufen alle Voruntersuchungen und der Probezyklus optimal, kann die eigentliche Vorbereitung auf die Eizellspende beginnen.
Die Vorbereitung auf eine Eizellspende dauert ungefähr 14 Tage Das Kinderwunschpaar erhält von der Klinik einen konkreten Behandlungsplan, auf dem detailliert steht, was wann gemacht werden muss. Dazu gehören Medikamente, Untersuchungen sowie der Zeitablauf. Zu Beginn der Behandlung wird der Zyklus der Empfängerin und der Spenderin synchronisiert.

Die Behandlung der Empfängerin und der Spenderin unterscheiden sich, daher haben wir hier für beide Frauen einen exemplarischen Behandlungszyklus dargestellt. Der Ablauf kann in den verschiedenen Kliniken minimal abweichen.

Behandlung der Eizellspenderin:
Die Behandlung dauert für eine Eizellspenderin etwa zwei Wochen. Sobald die Regelblutung anfängt, wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um zu vergewissern, dass die Eierstöcke nicht aktiv sind und die Gebärmutterschleimhaut dünn ist.
Zu Beginn des Zyklus erfolgt die Gabe eines follikelstimulierenden Hormons damit die Follikelproduktion in den Eierstöcken angeregt wird. Dieses Hormon wird einmal täglich subkutan gespritzt. Diese Behandlung dauert etwa 9-12 Tage, dabei werden regelmäßige Ultraschallkontrollen vorgenommen, um das Follikelwachstum und die Wirkung der Hormonspritzen zu überprüfen. Damit ein vorzeitiger Eisprung vermieden wird, erhält die ein weiteres Medikament.
Haben die Follikel eine ausreichende Größe erreicht, wird Humanes Choriongonadotropin (hCG) gespritzt, damit die Eizellen in die Follikelflüssigkeit freigesetzt werden und die endgültige Reifung erfolgt, also der Eisprung ausgelöst wird. Ungefähr 36 Stunden nach der Injektion werden die Eizellen unter Vollnarkose mittels Ultraschallkontrolle entnommen.

Behandlung der Empfängerin:
Zu Beginn der Regelblutung wird bei der Empfängerin eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um sicherzugehen, dass keine Zysten an den Eierstöcken vorhanden sind und die Gebärmutterschleimhaut dünn ist. Danach nimmt die Empfängerin ein Östrogenpräparat ein, um die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung vorzubereiten. Durch Ultraschallkontrollen wird das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut überprüft.
Die Samenzellen des Ehemannes der Empfängerin werden für die Befruchtung benötigt. Vor der Abgabe des Spermas muss der Ehemann auf HIV und Hepatitis (HIV-Ab, HBs-Ag und HCV-Ab) untersucht werden. Es kann entweder frisches oder aufgetautes Sperma verwendet werden.
Die Ei- und Samenzellen werden dann kultiviert und die Zellteilung wird für 3-5 Tage beobachtet. Danach werden meist zwei Embryonen in die Gebärmutter der Empfängerin transferiert.
Sind noch weitere qualitativ hochwertige Embryonen vorhanden, können diese für einen späteren Transfer eingefroren (kryokonserviert) werden.
Die Hormontherapie mit Östrogen und Progesteron wird auch nach dem Embryotransfer fortgesetzt.
Zwei Wochen nach Transfer macht die Empfängerin dann einen Schwangerschaftstest. Ist das Ergebnis positiv, müssen die Hormone bis zur 12. Schwangerschaftswoche eingenommen werden.

User Menu